Mittwoch, 20. September 2017

Beautiful Liars - Katharine McGee

Rezension zu
"Beautiful Liars - Verbotene Gefühle"
von Katharine McGee

Hardcover, 512 Seiten 
Ravensburger Buchverlag (23. August 2017)
ISBN-13: 978-3473401536
Originaltitel: The Thousandth Floor, 1
Band 1

Worum geht's?


Im Jahr 2118 gibt es Kontaktlinsen, mit denen man rund um die Uhr online ist, es gibt Designerbabys, es gibt Drogen, die individuell auf ihren Konsumenten abgestimmt sind und seinen Organismus sogar mit anderen verbinden können. In den großen Städten stehen Tower, deren Stockwerke die verschiedenen sozialen Schichten repräsentieren - die Reichen ganz oben, die Armen ganz unten. So auch in New York, wo Avery, Leda, Eris, Rylin und Watt zu Hause sind. Sie alle werden sich an einem schicksalhaften Abend auf einer Party im 1000. Stock einfinden. Doch nicht jeder von ihnen wird den nächsten Tag erleben ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Leider muss ich sagen, dass die Richtung, die das Marketing für die deutsche Ausgabe eingeschlagen hat, dem Buch nicht wirklich gerecht wird. Es wirkt auf eine eher junge Zielgruppe zugeschnitten; dabei sind die im Buch behandelten Themen teils sicher nicht für diese geeignet (z.B. exzessiver Drogenkonsum). Titel und vor allem Untertitel sind ziemlich beliebig. Einzig die Atmosphäre der nächtlichen Stadt unter dem Sternenhimmel fängt eine Facette der Geschichte gut ein.
Neugierig geworden bin ich also nicht über die Gestaltung, sondern über die Grundidee des Towers. Ein nicht allzu fernes Zukunftsszenario, gespickt mit fantasievollen technischen Spielereien und spannenden Intrigen - auf diese Mischung habe ich mich sehr gefreut.

Wie es mir gefallen hat:


"Beautiful Liars" hat einiges zu bieten:
- Viele Perspektiven!
Erzählt wird in der 3. Person, die Kapitel wechseln dabei zwischen Avery, dem Mädchen aus dem Penthouse, das heimlich seinen Adoptivbruder liebt, ihrer Freundin Leda, die gerade aus dem Entzug kommt, was sie aber nie zugeben würde, Eris, die plötzlich alles zu verlieren droht, was sie je wollte, Rylin, die hart arbeiten muss, um sich und ihre Schwester zu versorgen, und Watt, ein Hackergenie.
Obwohl es dem einen oder anderen am Anfang schwerfallen könnte, sich in den verschiedenen Lebenswelten zu orientieren, haben mich die vielen Wechsel sofort überzeugt.
Allerdings hätte ich mir neben Watt durchaus noch eine weitere männliche Perspektive hinzugewünscht. 

- Geheimnisse über Geheimnisse!
Jeder der Jugendlichen hat etwas zu verbergen, und auch innerhalb der Familien gibt es unschöne Wahrheiten, die nach und nach an die Oberfläche brechen. Es bleibt spannend, wie viel die Charaktere und ihre Freundschaften aushalten können ...

- Beziehungschaos!
Bei vielen Figuren ist auch unglaublich viel Raum für Gefühlswirrwarr, Verrat, Freund- und Feindschaften, Lügen und Missverständnisse.
Insgesamt herrscht eine gewisse Distanz zu den Charakteren, sodass ich nicht sagen kann, einen von ihnen besonders ins Herz geschlossen zu haben, aber natürlich hat man mit der Zeit seine persönlichen Lieblingsperspektiven.
Gerade Figuren, die keine eigene Perspektive haben, allen voran der allseits beliebte Atlas, hätte ein bisschen mehr Tiefe gutgetan.
Außerdem wirken einige Konflikte etwas zu sehr konstruiert, da sie ausschließlich darauf basieren, dass niemand Klartext redet oder Dinge unnötig aufgebauscht werden (so tragisch ist die Liebe zu einem Adoptivbruder auch wieder nicht).

- Ein Feuerwerk an fantasievollen Details!
Auch wenn die Entstehungsgeschichte und genaue Beschaffenheit des Towers und der "Außenwelt" nicht in allen Einzelheiten erklärt werden, hat die Autorin hier ein innovatives, atemberaubendes Setting entwickelt. Unglaublich vielfältige technische Erfindungen, Equipment für Schule, Freizeit und besondere Anlässe, die Infrastruktur im Tower, die Ausstattung der Wohnungen und vieles mehr sorgen hier für grandiose Unterhaltung, auch wenn die Handlung hin und wieder etwas abflacht.

- Ein unvorhersehbares Finale!
Das Ende kommt mit einem großen Knall. Obwohl man von Seite 1 an weiß, dass jemand sterben wird, jemand von den Hauptcharakteren, bleibt bis zum Schluss ein Rätsel, wer es sein und unter welchen Umständen es passieren wird.
Für die Fortsetzung bleibt einiges an Stoff und ich bin schon gespannt darauf, wie nach dem Tod einer der Hauptfiguren die Fäden weitergesponnen werden.

(Für wen) Lohnt es sich?


"Beautiful Liars" lohnt sich für jeden, der Lust auf Geheimnisse und Lügen in der Welt der Schönen und Reichen hat, gern Geschichten aus mehreren Blickwinkeln mit verschiedenen Handlungssträngen liest und ein schillerndes, neues Setting entdecken möchte.
Das Buch ist sehr unterhaltsam, eine allzu tiefsinnige Handlung sollte man hier aber nicht erwarten.
Altersmäßig würde ich es ab 15 + ansetzen und auf jeden Fall auch für junge Erwachsene empfehlen.

In einem Satz:


"Beautiful Liars" vereint ein einzigartiges, glamouröses Setting mit Lügen, Geheimnissen, Liebe und Tragik und wird damit zu einem absoluten Unterhaltungs-Pageturner.

 

Herzlichen Dank für das Leseexemplar und die Organisation der Leserunde
im Rahmen der Aktion #readravensburger
an den Verlag und Lovelybooks!

Samstag, 9. September 2017

The School for Good and Evil 1 - Soman Chainani

Rezension zu
"The School for Good and Evil - Es kann nur eine geben"
von Soman Chainani


Hardcover, 512 Seiten
Ravensburger Buchverlag (23. September 2015)
ISBN-13: 978-3473401277
Band 1 von 3

Worum geht's?


Sophie freut sich schon seit Jahren darauf, dass der Schulmeister sie aus dem verschlafenen Dorf Gavaldon entführen wird, damit sie ihre Ausbildung zur richtigen Märchenprinzessin an der Schule der Guten beginnen kann.
Agatha hat nur eine einzige Freundin: Sophie. Sie selbst erfüllt alle Eigenschaften für die typische Böse - sie ist hässlich, wenig graziös und lebt in einem Haus beim Friedhof. 
Es kommt, wie es kommen muss, und der Schulmeister holt beide Mädchen. Doch Sophie wird in die Schule für Böse gesteckt, während Agatha sich zwischen angehenden Prinzessinnen wiederfindet. Da kann es sich doch nur um eine Verwechslung handeln, oder?

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich mag Märchen, ich mag Märchenadaptionen, und auch wenn ich mich mehr im YA-Bereich zu Hause fühle, konnte ich bei diesem Buch, das eigentlich in erster Linie eine jüngere Zielgruppe ab ca. 12 Jahren anspricht, nicht widerstehen. 
Ich war sehr neugierig, wie die Ausbildung der Guten und Bösen in den beiden Schulen wohl aussehen würde, und außerdem hat das Cover mich gereizt. Der illustrative Stil gefällt mir sehr gut und passt wunderbar zum Buch.

Wie es mir gefallen hat:


Lang hat das Buch nicht gebraucht, um mich in seinen Bann zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten ließ sich erahnen, wie ideenreich der Autor die Welt seiner Geschichte gestaltet hat. Auf raffinierte Weise schafft er alle Bedingungen für ein Märchen und versieht dabei jedes Detail augenzwinkernd mit einer gewissen Skurrilität oder einem ironischen Verweis auf diverse Klischees.
Die Figuren sind, passend dazu, zunächst sehr karikativ gezeichnet: die strahlende, etwas oberflächliche Sophie auf der einen Seite, die unliebsame, schmutzige Agatha auf der anderen. Auch hier greift der Autor tief in die Klischeekiste und spielt gekonnt mit den Eigenschaften typischer Märchenfiguren.

Ich weiß nicht, wie oft ich beim Lesen lachen musste, aber ich kann sagen: sehr oft. Es ist wirklich unglaublich, wie viele witzige Einfälle hier eingebracht werden. Der Unterricht, die Schüler, das Wetteifern der Mädchen um die Prinzen - die Geschichte ist zum Schreien komisch, und gleichzeitig gibt es auch immer wieder tiefere Momente, in denen es um große Fragen geht wie: Wie viel Macht haben die Vorstellungen und Vorurteile anderer über uns? Was kann eine Freundschaft aushalten, wie weit kann sie gehen? Kann man dem Weg entgehen, der für einen vorgezeichnet scheint?
Soman Chainani hat die Entwicklung beider Protagonistinnen sehr überzeugend aufgerollt und vermittelt dabei klare Botschaften an die Leser. Die Spannung kommt dabei auch nicht zu kurz und die Lust auf die Folgebände wird auf jeden Fall geschürt.

(Für wen) Lohnt es sich?


"The School for Good and Evil" lohnt sich für alle jungen und junggebliebenen Märchenfans, die vor einem dicken Schmöker nicht zurückschrecken und die Freundschaft,  Fantasie, Humor und Abenteuer groß schreiben.

In einem Satz:


Der Auftakt der "The School for Good and Evil"-Reihe ist unterhaltsam, süß, fantasievoll, originell und nimmt so manches Klischee gewaltig aufs Korn, ohne dass die Geschichte dabei an märchenhaftem Charakter verliert.
 

Freitag, 18. August 2017

Ein Kuss aus Sternenstaub - Jessica Khoury

  Rezension zu "Ein Kuss aus Sternenstaub"
von Jessica Khoury

Taschenbuch, 448 Seiten
cbj (10. Juli 2017)
ISBN-13: 978-3570403532
Originaltitel: The Forbidden Wish
Standalone

Worum geht's?


Sie ist eine uralte Dschinny, die seit Ewigkeiten in ihrer Flasche gefangen in einem lange vergessenenen Juwelengarten wartet.
Er ist ein junger Dieb mit Namen Aladdin, den ein magischer Ring zu ihr führt. 
Er wird ihr Gebieter und sie versucht, seine Wünsche zu nutzen, um einen Auftrag des mächtigsten Dschinn zu erfüllen und sich damit ihre Freiheit zu erkaufen. Dass ihr Gefühle für diesen jungen Mann dazwischen kommen, hätte sie nie für möglich gehalten - und doch passiert genau das ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Das Buch hatte ich schon lange auf meiner Hoffentlich-wird-es-übersetzt-Liste. Orientalisch angehauchte 1001-Nacht-Geschichten sind ja gerade wieder im Trend, und so hat dann auch "The Forbidden Wish" endlich seinen Platz im deutschen Buchmarkt gefunden.
Da der Klappentext inhaltlich nicht viel verrät, war ich sehr gespannt, welches Abenteuer die Dschinny und Aladdin gemeinsam zu bestehen haben würden.

Wie es mir gefallen hat:

Das Besondere an diesem Buch ist die Erzählstimme der Dschinny - Zahra, wie sie sich von Aladdin nennen lässt, obwohl ihr wahrer Name in der Sprache der Dschinn Krümmung-des-Tigerschwanzes, Rauch-im-Wind, Mädchen-das-die-Sterne-verschenkt bedeutet.
Sie hat schon viele Zeitalter erlebt, und nach und nach erfährt man, wie es dazu kam, dass ihr eigenes Volk sie in ihre Flasche verbannte. Wer sie war, bevor sie zur Dschinny wurde, bleibt lange ein Geheimnis. Diese Elemente um die Vorgeschichte der Protagonistin sind wunderbar umgesetzt, ihr Drang nach Freiheit wird sehr greifbar. Der Autorin ist es gelungen, sich wirklich konsequent in das Wesen ihrer Figur einzufühlen und dasselbe auch ihren Lesern zu ermöglichen.
Zusätzlich zur Ich-Erzählerin gibt es im Buch drei Ausschnitte aus einem Lied, das nach und nach mehr über Zahras Vergangenheit und ihre letzte Gebieterin enthüllt.

Das Buch ist unglaublich fantasievoll geschrieben und man verfolgt mit Spannung mit, wie Zahra Aladdins Wünsche zu erfüllen versucht und die beiden sich bei Hofe immer mehr in Schwierigkeiten bringen.
Mit Zahra kann Aladdin als Charakter allerdings nicht ganz mithalten und bleibt im Vergleich ein wenig austauschbar. Dafür gibt es mit der Prinzessin Caspida und ihren loyalen Gesellschafterinnen noch einige starke Nebenfiguren.

Die Liebesgeschichte hat mich nicht vollkommen überzeugen können; da die Geschichte aber nicht nur davon lebt, ist das nicht so tragisch. Grund dafür, dass ich hier nicht richtig mitfiebern konnte, war neben dem schon erwähnten eher oberflächlich gezeichneten Charakter Aladdins, dass die Gefühle sich über einen Zeitraum entwickeln, der gestrafft erzählt wird, sodass man als Leser nicht viele Szenen miterlebt, die die beiden als passendes Paar zeigen.

Schön ist die Abgeschlossenheit der Geschichte. Nach dem etwas chaotischen, halsbrecherischen Showdown klingt das Buch sehr rund und stimmig mit einem Wohlfühlende ab.

(Für wen) Lohnt es sich?


Wer schon Bücher wie "Zorn & Morgenröte" für ihre Stimmung geliebt hat oder allgemein die Atmospähre aus 1001-Nacht mit einer Prise Romantik und einem Hauch Action reizvoll findet, sollte "Ein Kuss aus Sternenstaub" lesen.
Für Mädchen ab 14 ist es ideal, auch mit Anfang 20 kann man noch wunderbar in der Welt des Buches versinken.

In einem Satz:


"Ein Kuss aus Sternenstaub" erzählt eine märchenhafte Geschichte voll Tragik, Magie und Liebe und lässt die faszinierende Welt einer Dschinny lebendig werden, die trotz jeglicher Verbote ein Herz für Menschen hat.


Herzlichen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars an den Verlag!

Mittwoch, 9. August 2017

Among the Stars - Samantha Joyce

Rezension zu "Among the Stars - Liebe wie im Film"
von Samantha Joyce

Broschiert, 352 Seiten 
Goldmann Verlag (19. Juni 2017)
ISBN-13: 978-3442486236
Originaltitel: Flirting with Fame

Worum geht's?


"(...) Die Welt war für immer still, und ich konnte es kaum ertragen. Aber wenn ich schrieb, hörte ich all diese Stimmen in meinem Kopf, die mir Geschichten erzählten. Ich habe das Gefühl, ich bin nur dann in der Lage, die Welt deutlich zu hören, wenn ich eine neue erschaffe." (S. 165)
Elise Jameson ist Bestsellerautorin - doch das weiß niemand außer ihren Eltern und ihrem besten Freund. Seit Elise durch einen schlimmen Unfall taub geworden ist und eine Narbe im Gesicht trägt, versteckt sie sich vor der Welt, und hat das Bild einer fremden Frau als Autorenfoto benutzt. 
Als ihre Bücher verfilmt werden sollen - sogar mit ihrem absoluten Lieblingsschauspieler Gavin Hartley -, taucht plötzlich die Frau von dem Bild auf und nimmt Elises Rolle ein.
Elise ist schockiert, doch dann wittert sie ihre Chance: Denn sie hat eine Einladung, beim Dreh dabei zu sein, und als vermeintliche Assistentin könnte sie sich das gleich viel besser vorstellen ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Titel und Cover schreien hier eigentlich schon so sehr nach einer typischen Liebesschnulze, dass ich unter Umständen die Finger von dem Buch gelassen hätte - wäre da nicht der originelle Grundkonflikt gewesen: eine junge Autorin, die ihre Identität verbirgt und ein tragisches Geheimnis mit sich herumschleppt, soll plötzlich im Rampenlicht stehen, und engagiert eine andere Frau, sie zu sein. Damit hat das Buch mich dann doch gewinnen können und mir bewiesen, dass seine Gestaltung ihm in gewisser Weise unrecht tut.

Wie es mir gefallen hat:


Kurzweilig, witzig, romantisch, lebensklug - das wären einige Schlagworte, die ich in Bezug auf "Among the Stars" in jedem Fall nennen würde. 

Die Protagonistin Elise ist stark (viel stärker, als sie denkt), und auch wenn sie an der einen oder anderen Stelle ein wenig naiv agiert, kann sie den Leser ingesamt erfolgreich an ihre Geschichte fesseln. Ihre Taubheit ist sehr gut in die Handlung eingebunden, und es gelingt, sich in ihre Situation einzufühlen. Ihre Entwicklung und das Ende sind authentisch und mit viel Gefühl gestaltet. 

Gavin Hartley, der berühmte Schauspieler, der es Elise so angetan hat, konnte mich nicht zu hundert Prozent überzeugen. Sein tragisches Geheimnis, und dass er in Wahrheit überhaupt nicht abgehoben, eingebildet und außerdem praktischerweise nicht in einer Beziehung ist, waren für mich ein bisschen viel des Guten. Doch da das Genre solche Figuren ja eigentlich schon voraussetzt, darf dieses Buch sich das durchaus erlauben.

Die Nebencharaktere haben zwar mitunter große Bedeutung für Elise, sind aber teils nicht wirklich originell (z.B. Elises schwuler bester Freund Jin) oder werden in nicht unbedingt notwendige Handlungsstränge verwickelt (z.B. Clint, ein Typ, den Elise an der Uni kennenlernt). Da man als Leser aber ohnehin am meisten an dem Verlauf von Elises Misere interessiert ist, tut das dem Lesevergnügen nicht viel Abbruch.
Veronica, die Frau, die Elises Rolle einnimmt, finde ich interessant - im Englischen gibt es noch ein Companion, das ihre Geschichte behandelt, und ich bin gespannt, ob dieses es vielleicht auch auf den deutschen Markt schaffen wird. Da sie sich Elise gegenüber eher verschlossen zeigt, gäbe es noch viel über ihre Hinter- und Beweggründe zu erfahren. 

Was noch etwas besser hätte umgesetzt werden können, ist das Geheimnis um Elises Unfall. Lange Zeit ist man gespannt, was denn nun wirklich passiert ist, und dann kommt die Wahrheit durch einen recht konstruierten Zufall ans Licht und wird dann etwas zu schnell abgehandelt.

(Für wen) Lohnt es sich?


Jeder, den ein paar unvermeidliche Klischees - wie der perfekte, einfühlsame Star, der in Wahrheit nur missverstanden wird - am Rande nicht abschrecken, und der grundsätzlich für romantische Geschichten zu haben ist, kann bei diesem Buch auf seine Kosten kommen.
"Among the Stars" kann auf jeden Fall aus dem Einheitsbrei hervorstechen und bringt ein paar unverbrauchte Themen und Ideen mit.

In einem Satz:


"Among the Stars" ist eine erfrischende, humorvolle und doch tiefergehende Liebesgeschichte mit dem großen Thema, was es bedeutet, zu sich selbst zu stehen. 

Herzlichen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars an den Verlag!

Donnerstag, 3. August 2017

Lass dich von der Schönheit der Natur finden

 


Hallo alle zusammen :)

Ich melde mich dann auch noch mal nach etlicher Zeit :'D
Hier seht ihr das Geburtstagsgeschenk für meine Mutter. Falls euch irgendwann mal die Ideen ausgehen und ihr gern kreativ tätig werden wollt - diese Holzkisten/-truhen bekommt man in jedem Bastelladen oder auch über den Online-Versand von Gerstaecker oder Boesner.


Trotz vorlesungsfreier Zeit bin ich noch ziemlich in Uniarbeiten eingespannt, daher gibt es wohl wieder länger nicht so viel von mir zu sehen.
 
Natürlich zeichne und male ich nebenbei fleißig, aber momentan habe ich das Gefühl, dass nicht viel dabei rumkommt. Aber wer weiß, vielleicht habe ich ja demnächst wieder einen richtigen Motivationsschub und finde meine Sachen plötzlich wieder wahnsinnig originell (haha).

Wie verbringt ihr euren Sommer?
Lasst ihr euch in die Natur locken oder ist Dauerregen angesagt?
Irgendwelche spannenden Bücher gelesen in der letzten Zeit?


Ich grüße euch herzlichst & wünsche wie immer Alles Liebe,

Miriam

Freitag, 28. Juli 2017

Die Fabelmacht-Chroniken 1 - Kathrin Lange

  Rezension zu
"Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen"
von Kathrin Lange


Hardcover, 416 Seiten
Arena (19. Juni 2017)
ISBN-13: 978-3401603391
Band 1 der "Fabelmacht-Chroniken"

Worum geht's?


"All diese Welten können wir erreichen, indem wir ein Buch aufschlagen, aber diese eine, in der wir selbst nur eine Geschichte sind, nicht."
"Ja", sagte er leise. "Ja, vielleicht." (S. 304)
Mila ist siebzehn und hat genug davon, bemuttert zu werden. Sie weiß ja nicht einmal, was damals geschehen ist, als ihr Vater und ihr Bruder ums Leben kamen, und ihre Mutter Helena spricht nicht darüber. Um Abstand zu gewinnen, flieht sie zu einer Freundin nach Paris. Doch kaum hat ihr Zug den Bahnhof erreicht, setzen sich Dinge in Bewegung, von denen sie nichts geahnt hat: Die Geschichten, die sie schreibt, beginnen Wirklichkeit zu werden. Plötzlich steht ihr Nicholas gegenüber, den sie schon seit Jahren von den Abenteuern in ihrem Notizbuch kennt. Und wie es scheint, ist Mila nicht die Einzige, die über ihn und sich geschrieben hat ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Hier war es vor allem das Thema, das mich gleich in seinen Bann gezogen hat. Wenn man selbst Geschichten schreibt, stellt man sich natürlich gern mal vor, wie es wäre, wenn Dinge und Figuren aus der fiktiven auf einmal in die reale Welt, mitten ins eigene Leben gelangen würden. 
Die Idee, dass es Fabelmächtige gibt, die die Gabe besitzen, Geschichten wahr werden zu lassen, hat mir gut gefallen. Dazu eine Liebesgeschichte und viele Geheimnisse - sehr vielversprechend!
Das Cover ist sehr liebevoll auf die Geschichte abgestimmt. Man merkt, dass es bei der Gestaltung wirklich darum ging, dem Inhalt gerecht zu werden.

Dieses Gefühl, von dem er sprach, hatte sie oft. Die Wirklichkeit, ihr echtes Leben, kam ihr neben den Dingen, die sie schrieb, fast immer blass und seltsam flach vor. Manchmal fragte sie sich sogar, ob es nicht vielleicht die Geschichten waren, die die wahre Wirklichkeit darstellten. Ob sie in Wahrheit schlief, wenn sie nicht schrieb. (S. 216)

Wie es mir gefallen hat:


Von der ersten Seite an ist man mittendrin: Man begleitet Mila auf dem Weg nach Paris und ist schon dort angekommen. Man muss aufmerksam lesen und erst mal viele Personen und Hinweise einordnen. Was dabei ein bisschen zu kurz kommt, ist Milas bisheriges Leben. Ich hätte mir gewünscht, sie ein bisschen besser kennenzulernen, um dann mitzuerleben, was die Geschehnisse für sie bedeuten und wie das Ganze sie beeinflusst.

Mit Nicholas ist es mir ähnlich ergangen. Ich finde es toll, dass die Perspektive sich manchmal auf ihn richtet (und ihm übrigen auch auf einige weitere Charaktere), weil das noch mehr Abwechslung und Spannung in die Geschichte bringt. Doch er bleibt etwas zu sehr auf den perfekten Jungen mit dem tragischen Hintergrund beschränkt, der Mila schützen will, indem er ihr nicht sagt, wo sie da eigentlich reingeraten ist. Die Liebesgeschichte konnte so noch nicht ganz überzeugen, zumal beide Figuren mir zu fremd geblieben sind und die gemeinsame Basis nicht deutlich genug vermittelt werden konnte.
Gut ist aber, dass Mila sich nicht so ohne weiteres beschützen lassen will - davon hat sie dank ihrer Mutter definitiv genug.

Ein besonderes Händchen hat die Autorin für Nebencharaktere - der wagemutige und irgendwie doch sensible Eric, die kreative, lebenssprühende Isabelle oder der hilfsbereite Buchhändler Maréchal haben es mir besonders angetan und für viele wunderbare Szenen gesorgt. Oft habe ich hier weniger Distanz zu den Figuren gespürt als bei den eigentlichen Protagonisten.

Was mich immer mal wieder ein wenig aufgeregt bis verärgert hat, sind Milas Reaktionen. Sie wirkt häufig sehr gefasst angesichts des Chaos' um sie herum, hinterfragt kaum etwas und stellt selten die richtigen Fragen (oder es kommen Ausreden wie "Jetzt war nicht der richtige Moment" oder "Sie war gerade zu müde, um weiter darüber nachzudenken"). So werden Dinge, die den Leser brennend interessieren, aufgeschoben, ohne dass ein wirklicher Grund dafür besteht.

Eine Stadt wie Paris für ein Jugendbuch in Szene zu setzen, ist nicht ganz einfach - es ist einfach ein sehr beliebter Schauplatz, mit dem auch viele Klischees verbunden sind.
Kathrin Lange gelingt es hier aber, die Stadt wirklich lebendig werden zu lassen.
Zusammen mit der sich dort entfaltenden Fabelmacht und ihren ganz eigenen Gesetzen ergibt sich ein schillerndes Gesamtbild, das sich sehen lassen kann.

Das Ende ist großartig und einfühlsam geschrieben und macht Lust auf mehr. Obwohl eine Geschichte (scheinbar?!) endet, bleiben noch viele Rätsel zu lösen.

(Für wen) Lohnt es sich?


"Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen" ist ein unterhaltsames, fantasievolles Jugendbuch für die Kernzielgruppe ab 14. Auch die älteren Leser des Genres kommen auf ihre Kosten.
Wer Geschichten liebt, sollte sich das Buch nicht entgehen lassen, denn die Liebe zum geschriebenen Wort sprüht hier förmlich aus den Zeilen.

In einem Satz:


Der Auftakt der "Fabelmacht-Chroniken" punktet mit einer zauberhaften, gut entfalteten Grundidee, liebevoll beschriebenen Schauplätzen und sympathischen Nebenfiguren - nur was die Gestaltung der Protagonisten und der Liebesgeschichte angeht, erscheint einiges noch steigerbar.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an den Verlag!

Montag, 10. Juli 2017

Des Nachts

"Des Nachts", 50 x 70 cm, Acryl auf Leinwand, 2017
Des Nachts kommt es zuweilen vor, dass der Schlaf auf sich warten lässt, die Dunkelheit mich zu ersticken versucht und der Lärm in meinem Kopf sich sturmartig Raum verschafft.

Des Nachts kommt es zuweilen vor, dass klamme Finger nach mir greifen, Stimmen meinen Namen rufen, mich rastlose Motten gleich unbeantworteten Fragen umschwirren und ich mir selbst beim Tappen durch die Finsternis zusehe.

Des Nachts kommt es zuweilen vor, dass mich die Schlaflosigkeit für schuldig erklärt, ohne dass ich ahnen kann wofür, ohne dass mir die Möglichkeit eingeräumt wird, mich zu rechtfertigen, und der Mond bleibt nichts weiter als ein unparteiisches, ausdrucksloses Gesicht, obwohl er mehr weiß als ich.

Des Nachts kommt es zuweilen vor, dass ich mich mit mir selbst allein gelassen fühle, mich dem Strudel meiner Furcht überlasse, den Orkan nicht zu bezwingen weiß und mich damit in eigene Ketten lege.
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